Linux und Open Source

Mit Linux ist, neben einem Betriebssystem, auch eine Softwarekultur entstanden. Bis dahin war es üblich, dass Software von einzelnen Personen oder Firmen entwickelt wurde und dann als fertiges Produkt, kostenlos oder gegen eine Gebühr, auf den Markt gebracht wurde. Bei Linux wurde aber nicht nur das fertige Produkt, sondern auch der Programmcode angeboten. Damit ist der Benutzer nicht nur in der Lage, das Programm zu nutzen, sondern er kann es auch verändern und an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Hinzu kam, dass die Programme in der Regel kostenlos abgegeben wurden.

Viele Programme, die in der Welt von Windows und Mac als geschützte Closed Source Programme auf dem Markt waren, bekamen plötzlich Open Source Konkurrenz. Und da der Programmcode verfügbar war, haben diese Programme oft auch den Sprung von Linux zu Mac und PC geschafft. Typische Beispiele dafür sind zum Beispiel GIMP, ein Grafikbearbeitungsprogramm, welches Photoshop von Adobe nachempfunden ist, oder Open Office, einer Sammlung von Büroprogrammen die einen ähnlichen Funktionsumfang bietet wie Microsoft Office von Microsoft. Diese Programme sind im Grundsatz für alle interessant, sehr beliebt sind sie jedoch bei privaten Anwendern und Universitäten und Firmen in Schwellenländern, welche sich teure Softwarepakete nicht leisten können.

Das Open Source Software dennoch ein gutes Geschäftsmodell sein kann haben Unternehmen wie Red Hat und Google gezeigt. Ersteres bietet ein kostenpflichtiges Linux Betriebssystem an. Zwar können Kunden dasselbe Produkt auch umsonst bekommen, auf Grund des angebotenen Supports entscheiden Sie sich aber gerade Geschäftskunden trotzdem gerne für kostenpflichtige Lösung. Einen andereren Weg geht Google. Das Unternehmen verdient zwar mit Android selbst kein Geld, wohl aber mit damit verbundenen Services. So stellt Google zum Beispiel einen Softwarestore für das System her, der sehr bequem in das System integriert ist. An allen dort getätigten Geschäfte verdient Google eine Provision. Bei tausenden von Transaktionen täglich ist dies ein sehr lukrativer Markt und ein Geschäftsmodell, welches sich rechnet.